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Stolpersteine in Hohen Neuendorf

2010 schloss sich der Kulturkreis dem Projekt „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig an.

2009 wird das vom Kulturkreis schon lange anvisierte Projekt „Stolpersteine in Hohen Neuendorf“ aufgebaut. Was seit Jahren ein Anliegen des Geschichtskreises und der AG Brot und Salz im Kulturkreis ist, an Menschen zu erinnern, die zwischen 1933 und 1945 von den Nationalsozialisten aus Hohen Neuendorf vertrieben, ermordet, gedemütigt und verfolgt wurden, wird aufgrund von jahrelangen Recherchen und in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung zu einem Mosaik kollektiven Erinnerns zusammengeführt.

Wie kam es hier zu?

Ein Presseartikel aus dem Jahre 1996 rief ein jüdisches Schicksal in Hohen Neuendorf nachdrücklich in das öffentliche Bewusstsein:

Der Dichter Jürgen Rennert erregte sich öffentlich darüber, dass der Familiengrabstein des Arztes, Dr. Hugo (Israel) Rosenthal von der Verwaltung beseitigt wurde und nicht mehr auffindbar war. Dieser beschämende Vorgang und das Schicksal der Familie Reinhold Meyer war d e r Anstoß, das Kunstprojekt von Gunter Demnig, Stolpersteine vor den letzten Wohnhäusern der Opfer zu verlegen, anzugehen. Seit dem gibt es vermehrt Zeitzeugengespräche und weitgestreute Recherchearbeiten, insbesondere zur Verfolgung der Juden – bis hin zu deren Rettern.

Das Projekt „Stolpersteine in Hohen Neuendorf“ wird über die ersten Verlegungen (2010 und 2011) weitergeführt. Besonderen Wert legen wir darauf, dass junge Menschen einbezogen werden. So befassen sich eine Schülergruppe der Grundschule Borgsdorf und Mitglieder des Geschichtskreises in der nächsten Zeit mit Schicksalen jener Opfer der Nazi-Diktatur, die im Ortsteil Borgsdorf lebten. Darüber hinaus werden neue Recherchen zu dem jüdischen Pfarrer Ernst Flatow aufgenommen, der zeitweise bei der ebenfalls verfolgten Familie Reinhold Meyer in der Hohen Neuendorfer Ruhwaldstraße untertauchte. Er nahm, so wie viele Freunde und Bekannte der Familie Meyer, in diesem Haus Abschied, bevor er in den Tod geschickt wurde.


Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegte am 30. März 2015 in Borgsdorf am ehemaligen Wohnhaus des Rechtsanwalts Dr. Curt Eckstein einen Stolperstein. Curt Eckstein wurde am 11. März 1944 in das KZ Ravensbrück verschleppt und von dort am 22. September 1944 nach Auschwitz deportiert.

Langjährige Recherchen von Mitgliedern des Geschichtskreises sind bisher auf ehemals jüdische Einwohner unserer Stadt ausgerichtet, an die jetzt mit einem Stolperstein erinnert werden kann. Zukünftig werden sich diese Recherchen auch auf Opfergruppen der Euthanasie, Sinti und Roma, Homosexuelle ausweiten, um nachhaltig die Erinnerung an sie wachzuhalten und eine Wiederholung der unmenschlichen Ereignisse handelnd zu verhindern.

Für Informationen, die die Recherchen bereichern, sind wir sehr dankbar.